Der Karneval der Kulturen war 1996 die Antwort auf rassistische Übergriffe und Ausgrenzung im wiedervereinigten Deutschland. Wir fühlen uns bis heute der Idee verpflichtet, den Karneval der Kulturen für ein politisches Statement zu nutzen, welches wir künstlerisch umsetzen. Vielfach haben wir damit Preise gewonnen, so z.B. mit den Themen „Remigration“ (2023), „Trump will eine Mauer – Er soll sie haben“ (2017), „Das Kohlesyndikat“ (2014) und „Invisibles – Menschen ohne Papiere“ (2007).

Wir erleben mit, wie sich die prekäre Raumsituation in der Stadt auf eine Veranstaltung wie den Karneval der Kulturen auswirkt. Es gibt für die ehrenamtlich teilnehmenden Gruppen beim Straßenumzug keine verlässlichen und adäquaten Arbeits-, Proben- und Lagerräume.

Wir wurden aus der Innenstadt vertrieben in die Peripherie und dort schrumpfen die Quadratmeter, die uns zustehen, ständig.

Ob wir weiterhin beim Karneval der Kulturen teilnehmen werden, machen wir davon abhängig, wie sich die Stadt Berlin für die Veranstaltung zukünftig engagieren wird.